Studentenfragen: Habe ich versehentlich plagiiert? | ZEIT ONLINE

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit ZEIT ONLINE (Update des Artikels am 25.03.2013) .

Die Debatte über Annette Schavans Dissertation hat mich verunsichert. Wie überprüfe ich meine eigene Arbeit auf Plagiate?, fragt der Psychologie-Student Jakob Richert.

Lieber Jakob Richert,

zunächst können Sie Ihre Arbeit mit einer Plagiatssoftware überprüfen, die man im Internet herunterladen kann. Sie findet grobe Eins-zu-eins-Plagiate innerhalb von Sekunden.

Die Berliner Medieninformatikerin Debora Weber-Wulff hat vor Kurzem verschiedene Softwares getestet. Sieger war das kostenpflichtige Programm turnitin, das mittlerweile an über 80 deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen genutzt wird. Sie können es möglicherweise über Ihre Hochschule kostenlos nutzen. Eine brauchbare kostenfreie Alternative ist Viper. Kurze Texte können Sie außerdem gratis bei PlagAware kontrollieren lassen, das in Weber-Wulffs Analyse ebenfalls solide abgeschnitten hat.

Ein Programm, das mittlerweile an über 80 deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen genutzt wird, ist turnitin. Sie können es möglicherweise über Ihre Hochschule kostenlos nutzen. Brauchbare Alternativen sind Urkund und Ephorus. Kurze Texte können Sie außerdem gratis bei PlagAware kontrollieren lassen.

Aber die Technik kommt leicht an ihre Grenzen – etwa durch veränderten Satzbau oder das Verwenden von Synonymen. Laut Software ist alles okay; der Dozent sieht das aber womöglich anders.

Die Politikwissenschaftsdozentin Anke Hassel sagt, ein Plagiat lasse sich oft am Schreibstil festmachen. „Wenn auf eine holprige Einleitung ein Absatz in geschliffenem Akademiker-Deutsch folgt, werde ich wach.“ Hassel rät Studierenden, Formulierungen, die als Plagiat ausgelegt werden könnten, in verschiedenen Varianten bei Google einzugeben. So werde schnell sichtbar, was selbst entwickelt ist, und wer unabsichtlich im Copy-Shake-Paste-Verfahren gearbeitet hat.

Außerdem rät sie: „Die meisten Seminararbeiten basieren auf wenigen zentralen Texten.“ Diese Texte sollten vor Abgabe erneut gelesen werden. Dabei sollte man darauf achten, ob einem Textstellen auffallen, die genau so in der eigenen Arbeit stehen, ohne dass man sie als Zitat kenntlich gemacht hat.

Wer versehentliche Plagiate fürchtet, ist aber ohnehin schon auf dem richtigen Pfad. Ist man sich des Problems bewusst, wird man weder ganze Passagen noch zentrale Formulierungen aus dem Internet in die eigene Arbeit kopieren.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes wurde eine Untersuchung zur Wirksamkeit verschiedener Plagiatssoftwares zitiert. Die Autorin dieser Untersuchung, Debora Weber-Wulff, rät Studenten nicht zur Nutzung dieser Programme.

Hier reagiert Debora Weber-Wulff auf den Artikel: http://copy-shake-paste.blogspot.se/2013/03/a-journalistic-quicky-on-plagiarism.html

Advertisements

2 Responses to Studentenfragen: Habe ich versehentlich plagiiert? | ZEIT ONLINE

  1. Schnatterinchen sagt:

    Wieviel Geld bekommst Du dafür, dass Du die harvesting software Viper empfiehlst, die neben schlechter Plagiatserkennung mal eben die User ihrer Copyrights beraubt und u.a. an die Essaybank ukessays.com weitergibt?

  2. Liebes Schnatterinchen,

    die Empfehlung ist mittlerweile angepasst: http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2013-03/studenten-service-teil1.

    Viele Grüße
    Julian Kirchherr

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: