Courageous Concepts | metamorphosis

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit metamorphosis.

Julian studiert VWL in London und Singapur hat und mit seinen Freunden Jan, Gerrit und Raktim vor einem Jahr die studentische Karriereberatung Courageous Concepts gegründet. Wie man auf eine solche Idee kommt, warum eine studentische Unternehmensberatung für sie nicht in Frage kam und wieso man als Kleinstädter manchmal auf Trial and Error angewiesen ist, erklärt er uns im Interview.

Wie entstand die Idee, eine studentische Karriereberatung zu gründen?

Wir haben uns auf dem Workshop einer großen Strategieberatung kennengelernt, wo viele von uns die Idee und den Wunsch hatten ein bisschen Beratung, sprich studentische Beratung, zu machen. Die studentische Unternehmensberatung hat uns dabei aber nicht zugesagt, weil wir uns eingestehen mussten, dass wir keine Kompetenzen hatten, um Unternehmen in Strategie oder Vertriebsprozessen zu beraten. Ich war damals noch reiner Politikwissenschaftler, und wir hatten noch einen Elektroingenieur und einen Biologen dabei. Wir hielten es daher für vermessen zu sagen: „Wir machen jetzt die 402. studentische Unternehmensberatung auf.“ Ahnung hatten wir aber vom Bewerbungen schreiben. Bewerbungen für Stipendien, Praktika und Masterplätze. Wir fanden es spannend die Expertise aus unterschiedlichen Branchen anbieten und unsere Erfahrungen weitergeben zu können. Wir haben uns dann den Markt für zwei, drei Monate angeschaut und gesehen, dass wir unser Angebot besser als das des klassischen deutschen Karriereberaters machen könnten. Dieser hat meistens 20 Jahre in der HR-Abteilung eines Konzerns gearbeitet und sich dann selbstständig gemacht. Auch wenn er viel Erfahrung in einer Branche hat, weiß er nicht, wie aktuelle Bewerbungsverfahren bei McKinsey, Henkel, Beiersdorf oder der Europäischen Kommission aussehen, denn er hat seine letzte Bewerbung vor 20 Jahren geschrieben. Unsere Erfahrungen sind einfach aktueller und wir sind breiter aufgestellt. Also sind wir seit Januar unterwegs und versuchen Leute zu akquirieren und ihnen in den Bewerbungsverfahren zu helfen.

Ihr beratet vor allem viel über das Internet, nutzt Skype und E-Mails um Leute zu coachen. Wie habt ihr Awareness für euer Produkt geschaffen?

Wir haben erst mal ganz simpel über unsere Freunde und unser persönliches Netzwerk Werbung gemacht. Ich war zum Beispiel früher viel in der Politik aktiv, da kommt schnell ein großes Netzwerk zusammen. Außerdem haben wir uns mit einem Jugendmagazin zusammengetan, in dem wir eine laufende Kolumne hatten und darüber viel Aufmerksamkeit generieren konnten. Natürlich kommen dann Leute, die einen als Lackaffen, als Klugscheißer bezeichnen, aber viele andere haben echtes Interesse. Als drittes haben wir uns mit zwei Herstellern von Bewerbungsmappen zusammengetan, die Interviews mit uns über ihre Kanäle verbreitet haben und dadurch auch nochmal einiges an Anfragen generierten, sodass wir mittlerweile relativ gut ausgelastet sind.

Ihr sitzt alle an unterschiedlichen Standorten, wie koordiniert ihr das Unternehmen?

Jan und ich bekommen alle Anfragen per E-Mail zugeschickt und erstellen dann darauf basierend ein Angebot. Gleichzeitig überlegen wir, wer unserer Berater am besten geeignet sein könnte, den Kunden zu betreuen. Jan und ich machen aber die komplette operative Arbeit, damit die Berater sich auf die tatsächliche Betreuung fokussieren können und nicht noch Banküberweisungen kontrollieren müssen.

Wie geht es mit Courageous Concepts weiter, wenn ihr mit dem Studium fertig seid?

Generell soll Courageous Concepts weiterhin ein Angebot von Studenten bleiben, denn es wird vermutlich sehr schwer für uns werden uns im Job noch darum zu kümmern und wir auch nur so unsere Preise anbieten können. Glücklicherweise beginnt Jan jetzt seine Promotion als Elektroingenieur, also noch vier Jahre in der Uni gefangen ist. Außerdem versuchen wir immer wieder auf Veranstaltungen neue Leute zu rekrutieren und die Idee so weiterzutragen.

Was ist Deine Vision für das Unternehmen?

Ich komme aus einer kleinen Stadt aus NRW und meine Eltern hatten nie etwas mit Stipendien oder großer Karriere zu tun. Als ich mit dem Abi fertig war, hab ich mich für ein Stipendium beworben und war überzeugt, zumindest alle formellen Kriterien erfüllt zu haben. Ich hab meine Bewerbung sehr schnell zurückbekommen und bin nicht mal in die erste Runde eingeladen worden. Erst als ich mir im Bachelorstudium ein paar Bewerbungen von Freunden habe zuschicken lassen, habe ich den Unterschied erkannt. Wer so wie ich keine Ahnung von Bewerbungskonventionen hat, hat es unglaublich schwer, in Bewerbungsverfahren erfolgreich zu sein. Letztendlich wollen wir also ein bisschen Chancengleichheit schaffen. Ich habe mir mein Wissen und mein Netzwerk durch Trial and Error aufgebaut. Das muss aber nicht jeder so machen. /

Die Fragen stellte Paul Quick.

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