Die Werler Bildungspolitik und die SPD

9. Januar 2010

Vier Bemerkungen und Richtigstellungen zu den bildungspolitischen Eskapaden der SPD:

1. Die SPD schlägt die Zusammenlegung einer der beiden Werler Hauptschulen mit der städtischen Realschule zu einer sog. ‚Verbundschule‘ vor. Wer aber eine Verbundschule fordert, solle das Kind beim Namen nennen und klar formulieren, dass dies die Zusammenlegung der städtischen Realschule mit der Petri-Hauptschule bedeuten würde. Denn die Zusammenlegung der Overbergschule mit der städtischen Realschule kann niemand ernsthaft wollen. Erst kürzlich erhielt diese Schule den Innovationspreis der Stadt Werl und zudem das Gütesiegel „Individuelle Förderung“ des Schulministeriums NRW. Die Anmeldezahlen an der Overbergschule sind in Relation betrachtet stabil und was läuft, das läuft und sollte nicht verändert werden. Vielmehr ist der Dreh- und Angelpunkt der bildungspolitischen Diskussion in Werl die Zukunft der Petri-Hauptschule, die im vergangenen Jahr nur katastrophale 26 Anmeldungen verzeichnete.

2.  Die SPD wünscht sich längeres gemeinsames Lernen und will dies mit einer Verbundschule teilweise realisieren, zumal in einer solchen Schulform bis zur sechsten Klasse gemeinsam unterrichtet werden solle. Das aber gibt das NRW-Schulgesetz gemäß §83 Abs. 2 überhaupt nicht her. Eine Verbundschule bedeutet nur die organisatorische Zusammenlegung einer Haupt- und Realschule. Der Unterricht darf nur teilweise gemeinsam abgehalten werden, ab der siebten Klasse schreibt das Gesetz ausdrücklich vor, dass der getrennte Unterricht „deutlich überwiegen“ müsse. Regelfall in der Verbundschule ist der getrennte Unterricht.

3. Wer also konsequent längeres gemeinsames Lernen in Werl anbieten will, muss sich für eine Gesamtschule von der fünften bis zehnten Klasse einsetzen. Das macht Sinn, denn eine Gesamtschule würde auch das Problem der Auspendler lösen. Rund 33 Viertklässler sind im vergangenen Jahr nicht auf eine weiterführende Schule in Werl, sondern eine Gesamtschule in der Umgebung gewechselt. Das sind mehr als die Petri-Hauptschule überhaupt an Anmeldungen verzeichnet hat und diese Tendenz hat sich der Schulstatistik zufolge in den vergangen Jahren massiv verstärkt. Die Eltern dieser Schüler wollen keine Haupt- und Realschule unter einem Dach, sondern das alternative Schulkonzept einer Gesamtschule und schicken ihre Kinder deshalb in die umliegenden Orte. Eine Gesamtschule in Werl würde Auspendler auffangen und somit Schülerzahlen in Werl ein Stück weit stabilisieren. Zudem gehen wir nach vielen Gesprächen mit Eltern vor Ort davon aus, dass nur wenige Eltern, die eigentlich die Gesamtschule als beste Schulform für ihre Kinder erachten, tatsächlich das Pendeln ihrer Kinder in die Nachbarstädte in Kauf nehmen. Eine Gesamtschule hätte also auch angesichts des demographischen Wandels Zulauf zu erwarten und würde den Erhalt der Petri-Schule bedeuten.

4.  Zur grundsätzlichen Position der FDP: Die FDP steht für eine vielfältige Bildungslandschaft, die den Wünschen und Bedürfnissen der Eltern und Kinder vor Ort entspricht und ist deshalb – mit Blick auf das Auspendler-Problem – für die Umwandlung der Petri-Hauptschule in eine Gesamtschule von der fünften bis zur zehnten Klasse. Jedes Kind braucht eine individuelle Förderung, die womöglich nicht immer in einer traditionellen Schulform erbracht werden kann. Funktionierende traditionelle Schulformen müssen erhalten bleiben.

Der Soester Anzeiger hat den Leserbrief ungekürzt abgedruckt: Das Kind beim Namen nennen


„Kinderbildungsgesetz (KiBiz) verbessert Personalsituation“

28. Juni 2009

FDP Werl kritisiert polemische Anfrage des SPD-Abgeordneten Römer

WERL, DÜSSELDORF, 26.06.09. Zu den Auswirkungen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) vor Ort nehmen nachfolgend Michael Dörrer und Julian Kirchherr für die FDP Stellung:

Foto Michael großFoto Julian„ Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) verbessert die Kinderbetreuung. Fakt ist, dass es in NRW im kommenden Kindergartenjahr deutlich über 60.000 U3-Betreuungsplätze geben wird. Bei Regierungsübernahme im Jahr 2005 waren es lediglich 11.800 Plätze. Alles in allem werden im Jahr 2009 rund 1,2 Mrd. Euro für die Kinderbetreuung ausgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es noch 819 Mio. Euro.“ Seit Inkrafttreten des Kinderbildungsgesetzes habe sich auch die Betreuungssituation deutlich verbessert, so Dörrer und Kirchherr. „Die neuen Regelungen gehen weit über die alten Regelungen der rot-grünen Landesregierung hinaus.“

„Familienpolitik hat unter der rot-grünen Landesregierung ein Stiefmütterchendasein geführt und ist sträflich vernachlässig worden. Erst die schwarz-gelbe Koalition hat hier endlich gegengesteuert,“ so die FDP-Politiker weiter. „Diese Tatsache blendet SPD-Politiker Römer in seiner polemischen Anfrage völlig aus.

Die Landesregierung wird innerhalb von vier Wochen die Anfrage des Abgeordneten Römers beantworten. Für weitere Fragen zum Kinderbildungsgesetz steht interessierten Werler Bürgerinnen und Bürgern im August außerdem Christian Lindner, der Generalsekretär der FDP-NRW, zur Verfügung, der Kindertageseinrichtungen in der Hellwegstadt besuchen wird.


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