FDP stellt Beteiligungshaushalt im Werler Rat zur Diskussion

2. März 2011

Am 31. März stellt die FDP im Werler Rat die Idee eines Beteiligungshaushalts zur Diskussion. Unseren Antrag dazu gibt’s hier:

Antrag

Die Stadt Werl führt den kommenden Haushalt als Beteiligungshaushalt durch. Die Verwaltung wird beauftragt, ein auf Werl zugeschnittenes Konzept eines solchen Beteiligungshaushalts bis zur nächsten Ratssitzung vorzulegen. Die Anschubs-Kosten für den Beteiligungshaushalt sollen 10,000 Euro nicht überschreiten.

Begründung

Ein Beteiligungshaushalt lässt die Bürger z. B. über Versammlungen, Fragebögen und Online-Umfragen über die Investitionen der Stadt mitbestimmen. Dabei stehen die Fragen „Wo soll gespart werden?“ und „Wo soll mehr Geld in die Hand genommen werden?“ im Mittelpunkt.

Geschichte des Beteiligungshaushalts

Der Beteiligungshaushalt, auch Bürgerhaushalt oder partizipativer Haushalt genannt, ist ein Modell der Bürgerbeteiligung, das ursprünglich in Brasilien entwickelt worden ist.  Über den Orçamento participativo beteiligt die brasilianische Hafenstadt Porto Alegre seit 1989 die Bürger an der Gestaltung des kommunalen Haushalts. Die Zahl der Bürger, die sich an diesem Entscheidungsprozess in Porto Alegre beteiligen, steigt: Zuletzt nahmen rund 100,000 Bürger daran teil. Porto Alegre wurde so zur “Hauptstadt der Demokratie”, ein Ehrentitel, den die Weltbank der Stadt 1996 verliehen hat. Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 ist das Modell weltweit exportiert worden.

Das Modell des Beteiligungshaushalts wird in über 70 Kommunen in Brasilien genutzt, aber auch in Nordamerika (Toronto) oder in Neuseeland (Christchurch). Auch in Deutschland haben bereits einige Kommunen den Beteiligungshaushalt erprobt. Dazu gehören: Groß-Umstadt, Langen, Neustadt an der Weinstraße, Erfurt, Esslingen, Freiburg, Nürtingen, Rheinstetten, Castrop-Rauxel, Emsdetten, Hamm, Hilden, Monheim am Rhein und Vlotho.

Auch im aktuellen Kommunalen Beratungskonzept der Bezirksregierung Arnsberg wird der Beteiligungshaushalt als „empfehlenswerte Grundoption im gesamten Konsolidierungsprozess“ erwähnt.

Welche Chancen bietet der Beteiligungshaushalt?

Der Beteiligungshaushalt kann dabei helfen, die Glaubwürdigkeit der Politik zu erhöhen. Mögliche Vorteile des Beteiligungshaushalts umfassen:

Ø  Allgemeinverständliche Aufbereitung des städtischen Haushalts, die zu erhöhter Transparenz und Akzeptanz haushaltspolitischer Entscheidungen in der Bevölkerung führt;

Ø  Die Erhebung eines differenzierten Meinungsbildes zu geplanten Maßnahmen und investiven Vorhaben;

Ø  Das Einholen konkreter Anregungen für Sparmöglichkeiten in der Bürgerschaft;

Ø  Ein neuer Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft und das gemeinsame Anpacken einer finanziell schwierigen Situation.

Wie funktioniert der Beteiligungshaushalt?

Der Beteiligungshaushalt ist kein fest abgestecktes Konzept und muss von jeder Kommune individuell ausgestaltet worden. Auch im Kommunalen Beratungskonzept der Bezirksregierung Arnsberg heißt es: „Diese maximale Mitsprachemöglichkeit für den Bürger im Konsolidierungsprozess, die der Bürgerhaushalt bietet, kann vollkommen unterschiedlich ausgestaltet werden.“

Grundsätzlich erfolgt der Beteiligungshaushalt in drei Phasen: (i) Informations-aufbereitung, (ii) Dialog mit den Bürgern und (iii) Auswertung. Jede Phase wird, abhängig vom bereitgestellten Budget, mit unterschiedlichen Instrumenten flankiert. Diese Instrumente umfassen: Internetseiten und -foren, Umfragen, Flyer, Stadtversammlungen etc. Für Werl sollte eine besonders kostengünstige Variante angestrebt werden.

Welche Ergebnisse liefert ein Beteiligungshaushalt?

Der Beteiligungshaushalt ist kein Selbstläufer. Sein Erfolg oder Misserfolg steht und fällt vor allen Dingen mit dem Engagement, Einsatz und Interesse der kommunalen Verwaltung, der Politik und der Zivilgesellschaft, die ihn durchführt und daran teilnimmt.

Ergebnisse des Freiburger Beteiligungshaushaltes umfassten z. B.:

-      Bürger votierten für Mehrausgaben bei: Betreuungsangebote an Schulen, Bau von Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten, Jugendtreffpunkten, Klimaschutzmaßnahmen;

-      Bürger votierten für Sparmaßnahmen bei: Theaterangebot, Kulturförderung,  Friedhöfen, Wohnungsbau, Museen, Stadtarchiv.

Den Antrag im Originalformat gibt’s hier.


FDP fordert Beteiligungshaushalt

20. Februar 2011

In einem offenen Brief an den Werler CDU-Fraktionsvorsitzenden Gerd Beul haben wir Werler Liberale die Idee eines Beteiligungshaushalts für unsere Hellwegstadt erneut ins Spiel gebracht:

Lieber Herr Beul,

auf der letzten Ratssitzung ist Ihnen der Haushalt um die Ohren geflogen. Dass Ihnen die Mehrheit im Werler Rat fehlt, ist erstmals politische Realität geworden. Wie ist jetzt ihr Plan?

Die Linkspartei offeriert Ihnen nun einen Teufelspakt an, um den Haushalt doch noch durchzubringen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Sie nach der letzten Kommunalwahl im Dreieck gesprungen sind, als die FDP überlegte, bei einigen Themen sachorientiert genauso wie die Linkpartei abzustimmen. Jetzt halte ich es für scheinheilig und bin fassungslos, dass Sie sich mit dem Polit-Clown Matthias Fischer verbünden. Was sagt Herr Uhlenberg dazu?

Wir Liberalen in Werl machen Kommunalpolitik, um die Wirtschaft und Bildung in unserer Stadt voranzubringen. Wir haben in unserem Wahlprogramm einen Forderungskatalog aufgestellt, den wir jetzt Stück für Stück abarbeiten. Die Reform der Werler Bildungslandschaft geht maßgeblich auf unsere Initiativen zurück. Und auch bei der Bahnunterführung hat sich die CDU ja endlich der FDP-Position angeschlossen. Leider erst jetzt. Ihre späte Kehrtwende kommt der Stadt immer noch teuer zu stehen.

Unser Eindruck Ihrer Politik:  Seit der Kommunalwahl 2009 lassen Sie sich treiben. Und bis zur letzten Ratssitzung und der Ablehnung des Haushalts hat das auch gut funktioniert. Diese Strategie des Nichtstuns ist jetzt aber gescheitert. Sie sollten jetzt endlich Ihre Verantwortung als größte Fraktion im Werler Rat annehmen. Suchen Sie sich eine stabile Mehrheit, formen Sie eine Koalition! Entwickeln Sie mit ihrem Koalitionspartner einen Fahrplan für unsere Hellwegstadt. Kommunalpolitik ist mehr, als nur über Vorlagen der Verwaltung zu entscheiden.

Die FDP will neue Wege gehen. Wir bieten Ihnen unsere Zustimmung zum Haushalt an, aber wir knüpfen diese Zustimmung an eine Forderung: Der nächste Haushalt muss ein Beteiligungshaushalt sein. Ein Beteiligungshaushalt lässt die Bürger selbst über Versammlungen, Fragebögen und Online-Umfragen über die Investitionen der Stadt mitbestimmen. Dabei stehen die Fragen „Wo soll gespart werden?“ und „Wo soll mehr Geld in die Hand genommen werden?“ im Mittelpunkt. Die Situation in Werl ist so katastrophal, dass jetzt die ganze Stadt in der Diskussion mitgenommen werden muss. Der Beteiligungshaushalt ist das Instrument, mit dem diese Forderung umgesetzt werden kann.

Die Frage, die Sie sich jetzt stellen müssen: Wagen Sie mit der FDP den Beteiligungshaushalt oder paktieren Sie mit Matthias Fischer und der Linkspartei?

Wir freuen uns auf Ihre Reaktion.

Für die Werler FDP: Julian Kirchherr

Der Brief ist am 8. Februar im Soester Anzeiger abgedruckt worden und kann hier abgerufen werden. Dass die CDU nicht länger ohne Koalitionspartner Politik in Werl betreiben kann, ist auch in diesem Artikel im Anzeiger vom 18. Februar aufgegriffen worden.


Die Zukunft der Werler Stadtbücherei

9. Januar 2010

Aufgeschreckt durch die Anzeiger-Meldung über einen verspäteten Umzug der Werler Stadtbücherei, habe ich mich in der vergangenen Woche an unseren Bürgermeister Michael Grossmann gewendet und nachgehakt, wie es zu dieser Verspätung gekommen ist. In meiner Anfrage für die FDP-Fraktion habe ich folgende Fragen formuliert:

1. Wie ist es zu den Verzögerungen beim Umzug der Stadtbücherei gekommen?
2. Welche zusätzlichen Kosten entstehen durch die Verzögerungen für die Stadt Werl?
3. Wann wird ein neues Nutzungskonzept für die Stadtbücherei vorgelegt werden?
4. Welche Personalkosten verursacht die Stadtbücherei momentan? Welche Entwicklung ist hier abzusehen?

Der Anzeiger hat über die Anfrage in diesem Artikel berichtet.  Gestern erhielt ich schließlich die Antwort des Bürgermeisters, die mich überhaupt nicht zufrieden gestellt hat. Dort hieß es, dass von einer Verzögerung des Umzuges überhaupt nicht geredet werden könne. Gegenüber dem Rat und der Öffentlichkeit wurde bisher immer der Eindruck erweckt, dass ein Standortwechsel der Bücherei zum Jahresanfang geplant sei. Das hat auch der Anzeiger heute noch einmal bekräftigt. Noch mehr wundere ich mich aber über die Antwort auf meine Frage zum Nutzungskonzept. So ist in der Vergangenheit von Seiten der Verwaltung immer wieder betont worden, dass mit dem Umzug unter anderem auch ein neues Nutzungskonzept verbunden sei, z. B. könne man über ein Lesecafe in der Bücherei diskutieren.

Zur Erinnerung: Wir Liberalen haben kein Votum für den Umzug der Stadtbücherei abgegeben. Das Ganze erscheint uns heute umso mehr als ein finanzpolitisches und städtebauliches Wagnis, liegt doch etwa selbst laut Kalkulation der Verwaltung das monatliche Einsparpotential beim Umzug der Bücherei in die Fußgängerzone nur im dreistelligen Bereich.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu dieser Thematik haben, scheuen Sie sich nicht, mir eine Mail (JulianKirchherr(at)gmx.net) zu schreiben. Ich freue mich auf Ihre Post!

Viele Grüße
Julian Kirchherr


Danke!

30. August 2009

Danke für die Wahl in den Werler Stadtrat und Soester Kreistag! Ich freue mich sehr auf die bevorstehende politische Arbeit.

Alle Ergebnisse aus Werl und dem Kreis Soest gibt es hier: http://www5.kom-wahl2009.kdvz.de/Wahl.swf?GKZ=210&rz=IS&KGKZ=200&host=www5.kom-wahl2009.kdvz.de&wa=KTW&ANZEIGE=K&fs=0&PVAL=1&stimme=erst&browser=Netscape

Li(e)berale Grüße!
Julian


Erstwählerpostkarte verschickt!

20. August 2009

Rund 5,000 Erstwählerpostkarten gehen morgen früh – nach einer Nachtschicht in der Kreisgeschäftsstelle (vielen Dank noch einmal an Martin, Simon, Stefan und Urs!) – an Jugendliche im gesamten Kreisverband Soest. Damit wollen wir JuLis zum Wählen animieren und hoffen außerdem darauf, vielleicht so den ein oder anderen Interessenten zu finden. Hier gibt’s die Erstwählerpostkarte auch zum Download.

Li(e)berale Grüße!
Julian

ppk

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