Jüngster Kandidat von den Liberalen

3. Juni 2009

Julian Kirchherr (FDP), Peter Alberts (Grüne) und Jürgen Klute (Linke) kandidieren

WERL (Soester Anzeiger, 04.06.09). Auch die kleinen Parteien wie die FDP, Grüne und Linkspartei schicken Kandidaten für die Europawahl ins Rennen. Da jedoch meist nur wenige Abgeordnete der Partei in das Europäische Parlament einziehen, haben viele dieser Kandidaten aufgrund ihrer schlechten Listenplätze keine Chance.

Für die FDP im Kreis Südwestfalen tritt Julian Kirchherr an. Der 1989 geborene Werler ist einer der jüngsten Kandidaten in Deutschland. Zur Zeit studiert er noch in Münster Public Administration. Als Hobbys gibt er Lesen, Reisen und Thai Bo an. Er ist seit 2006 Mitglied der Jungen Liberalen (JuLis) und seit 2007 Mitglied der FDP. Bei den Jungen Liberalen übernahm er die Position als Pressesprecher und Beisitzer im Bezirksvorstand Westfalen-Süd und als Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Soest. In der FDP ist der 19-jährige seit März 2009 Schriftführer im FDP-Bezirksvorstand Westfalen-Süd.

Er vertritt das Ziel, den Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. Außerdem macht er sich stark für einen konsequenten Rüstungsabbau. Zudem spricht sich der Werler gegen die Aufnahme von biometrischen Daten in Ausweisdokumenten aus und ebenso gegen einen europaweiten Mindestlohn. Die Sozial- und Beschäftigungspolitik soll Aufgabe der einzelnen Nationalstaaten sein. Mit Listenplatz 48 im Bundesgebiet hat Julian Kirchherr keine Chance, in das Parlament einzuziehen, bei der letzten Wahl erreichen die Liberalen sieben Sitze.

Die Grünen setzen auf Peter Alberts. Er wurde 1971 in Hermer geboren und studierte später an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Politikwissenschaften, Neuere Geschichte und Slawische Philologie. Später wechselte er sein Hauptfach auf Osteuropäische Geschichte. Heute ist er von Beruf Historiker, war allerdings bis März 2009 auch kaufmännischer Angestellter bei der hotel.de AG in Hamm. Er ist bereits seit 2004 Mitglied in der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“. Im März 2009 wurde er als Delegierter in Hagen in den Länderrat gewählt. Die Chancen, in das Europäische Parlament gewählt zu werden, sind nicht ganz aussichtslos. Peter Alberts steht auf Platz 18 der Bundesliste, nach der letzten Wahl hatten die Grünen 13 Sitze.

Peter Alberts verfolgt das Ziel einer zivilen Abrüstung sowie einer zivilen Krisenprävention und Konfliktbearbeitung durch die Europäische Union. In seinem Wahlprogramm verfolgt er außerdem das Ziel, so schnell wie möglich 100% erneuerbare Energien einzuführen. Zudem sollen die alten Industriegesellschaften konsequent sozial-ökologisch umgebaut werden.

Für die Linke ins Rennen geht Jürgen Klute. Der 55-Jährige war Anfang 2005 Mitglied in der WASG. Außerdem war er 2005 Spitzenkandidat bei den Landtatswahlen in NRW. Seit der Gründung der Partei „Die Linke“ ist er Mitglied im Parteivorstand. Der Herner ist Sozialpfarrer und arbeitet im europäischen Netzwerk des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt mit. „Die wichtigste Aufgabe in der Europapolitik ist die Aufklärung über den Lissabonner Vertrag,“ erklärte Klute. „Vorrang für freien Wettbewerb ist angesichts der Finanzkrise von gestern und falsch für die Menschen.“ Auch kirchliche und gemeinnützige Dienste geraten unter Privatisierungsdruck. Der frühere Herner Sozialpfarrer Jürgen Klute hat gute Chancen, ins nächste Europaparlament einzuziehen. Der Sozialethiker aus Bochum ist für die Europawahl am 7. Juni auf einen sicheren sechsten Listenplatz der Linkspartei gewählt worden, sieben Sitze ergatterte die Linke bei der letzten Wahl.

Eines der Ziele von Jürgen Klute ist die strikte Kontrolle der europäischen Finanzmärkte, damit sie wieder dem Allgemeininteresse und nicht Spekulationen dienen. Außerdem macht er sich für gut entlohnte und sichere Arbeitsplätze stark, so dass ein Leben in Würde für alle gesichert ist. Ebenso will er sich für Abrüstung, zivile Zusammenarbeit und Entwicklung für ein friedliches Europa einsetzen.

Um weitere Informationen über die einzelnen Kandidaten und deren politische Ziele zu erhalten, lohnt sich ein Blick auf deren Internetseiten. (oe/la)

Julian Kirchherr:
www.julian-kirchherr.de
Peter Alberts:
www.peter-alberts.eu
Jürgen Klute:
www.juergen-klute.de


„Ich hoffe, euch am 7. Juni in der Wahlkabine zu sehen”

16. Mai 2009

Podiumsdiskussion mit den heimischen Europawahl-Kandidaten im Forum des Gymnasiums – Jugendliche würden sich Wahl ab 16 Jahren wünschen – Felix Schenuit moderierte

„Machen wir doch einfach die Probe”, sagt Felix Schenuit und bittet die Elft- und Zwölftklässler um ihr Handzeichen. Die lila Karten stehen für Wahlrecht ab 16 Jahren bei den Wahlen zum Europaparlament, die roten Karten zeigen Ablehnung an. Es erhebt sich ein Meer von lila Karten, die Schüler des Gymnasiums Warstein wollen schon mit 16 Jahren bestimmen, wer das Sagen im Parlament hat – am liebsten schon bei der nächsten Wahl am 7. Juni.

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Dieser Abstimmung waren eineinhalb Stunden Podiumsdiskussion im Forum vorausgegangen, bei der die heimischen Kandidaten zur Europawahl Dr. Peter Liese (CDU), Julian Kirchherr (FDP), Birgit Sippel (SPD) und Bernhard Clasen (Linke) sich ein Stelldichein gaben und fleißig ihre Positionen zu Europa vertraten. Den Jugendlichen, einigen wenigen Lehrern und Bürgern mussten sie Rede und Antwort stehen und sich manch kritische Frage anhören. Zum Abschluss kam dann die Frage zum Wahlalter auf. Während der 19-jährige Julian Kirchherr als jüngster Kandidat sich eher ablehnend äußerte, erklärte Dr. Peter Liese, dass er kaum ein Interesse bei den Jugendlichen spüren würde, zumindest sei die Initiative gering. Dass Votum der Schüler fiel jedoch anders aus, Wahlrecht ab 16 Jahren ist mehrheitlich gewünscht. „Wenn die jungen Leute das selbst fordern, dann sollten wir uns Gedanken machen”, versprach Dr. Liese.

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Während der Podiumsdiskussion – organisiert und geführt vom Belecker Felix Schenuit in Zusammenarbeit mit der Eurowahlgang der Politikfabrik e.V. aus Berlin – mussten die Politiker vor allem jugendpolitische Themen abarbeiten und sich kritische Fragen zu vielen Missständen gefallen lassen, wie beispielsweise zu weltweiten Hunger und Finanzkrisen. Auch das Thema der geringen Wahlbeteiligung stand ganz oben in der Diskussionsrunde: „Immer dreht sich alles nur um die krummen Gurken”, schimpfte Birgit Sippel über die negative Wahrnehmung der EU. Dass aber Telefonieren mit dem Handy im Ausland so billig sei oder Jugendliche liche überallhin reisen könnten, darüber würde meist geschwiegen, „das wird immer als selbstverständlich angesehen”, so Sippel. Und auch Dr. Peter Liese fand, dass die Wahrnehmung der EU meist nur negativ sei. Große Medienunternehmen wie Sat1 und RTL würden außerdem ihre EU-Berichterstattung gegen Null fahlen. „Auch die jungen Leute müssen Interesse zeigen”, forderte Dr. Liese. Dem schloss sich auch Moderator Felix Schenuit an: „Ich hoffe, euch am 7. Juni in der Wahlkabine zu sehen.”

Stimmung gegen einen Großteil der EU-Politik machte Bernhard Clasen von der Linkspartei. Clasen kritisierte vor allem die Aufrüstung in der EU. Europa sei Weltmeister in Rüstungsexporten, Europa schotte sich gegen Flüchtlinge ab, erklärte er immer wieder gebetsmühlenartig. Mehr als Störenfried behandelten die anderen Kandidaten Clasen. „Wir wollen Frieden sichern und präventiv arbeiten”, widersprach Birgit Sippel und auch Julian Kirchherr erklärte, dass „man nicht Hals über Kopf Afghanistan verlassen kann”.

Sportlich präsentierte sich Dr. Liese, als es um die Fragen der Schüler ging. Flott sprang er vom Podium direkt ins Publikum und überreichte einem Schüler sein Mikrophon. Von den Schülern gab es dafür kräftig Beifall. Als Politprofis hatten Dr. Peter Liese und Birgit Sippel einen klaren Vorteil, aber auch Jungpolitiker Julian Kirchherr sicherte sich viele Sympathien, da er direkte Probleme der Jugendlichen ansprach, beispielsweise beim Bologna-Prozess oder der Umstellung von Diplom auf Bachelor.

Freitag, 15. Mai 2009

Von: Dirk Lankowski, WA


“Europa ist gut für uns” gilt auch in Ense

12. Mai 2009

Podiumsdiskussion zur “Europawahl“: Vier heimische Politiker tauschten sich am Dienstagabend in der Conrad-von-Ense-Schule aus

ENSE-BREMEN. Zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema “Europawahl” hatten VHS und Förderkreis Ense-Eleu vier heimische Politiker am Dienstagabend in die Conrad-von-Ense-Schule eingeladen. Europa-Parlamentarier Dr. Peter Liese (CDU), Julian Kirchherr (FDP), Birgit Sippel (SPD) und Peter Alberts (Bündnis 90/Die Grünen) stellten sich in der allerdings nur recht spärlich besuchten Aula diesem Thema – und die Diskussion entflammte sehr schnell.

Moderator Klaus Eickenbusch eröffnete die Veranstaltung mit einigen “traurigen” Zahlen zum Thema Europa: Obwohl Europa den Menschen viel gebracht habe – zum Beispiel Verbraucherschutz, verbesserten Zahlungs- und freien Grenzenverkehr – sei jeder zehnte Deutsche nach neuesten Umfragen des Forsa-Instituts für die Auflösung der Europäischen Union, berichtete der Sparkassendirektor.

“Europa ist gut für uns” – unter diesem Motto stellten sich anschließend die Kandidaten für das Europaparlament den Zuhörern vor.  Dr. Peter Liese, Julian Kirchherr und Peter Alberts waren sich einig, dass man anstatt sich über schlechte Wahlbeteiligung bei der Europawahl zu ärgern, lieber über Inhalte reden sollte. Gesagt, getan: Zunächst wurde über die Wirtschaftspolitik diskutiert. Hier setzt Dr. Peter Liese auf soziale Marktwirtschaft mit reglementiertem Wettbewerb sowie Liberalisierung der Energiewirtschaft, um so mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt zu schaffen. Julian Kirchherr plädiert für einen Ordnungsrahmen für den globalen Finanzmarkt.

Birgit Sippel hob hervor, dass es unabhängig von neuen Regeln auch neue Werte in der Gesellschaft geben sollte. Momentan richte die Wirtschaft ihr Augenmerk nur auf kurzfristige Profite – was zur Wirtschaftskrise geführt habe. Für die Schließung von Steueroasen sprach sich Peter Alberts aus.

Mindestlöhne auch auf europäischer Ebene forderten anschließend Sippel und Alberts. FDP- und CDU-Vertreter lehnten diese Forderung ab, da Europa aus viel zu unterschiedlich entwickelten Ländern bestehe, um gleiche Mindestlöhne einzuführen.

Für den Vertrag von Lissabon sprachen sich alle Diskussionsteilnehmer aus. Tenor: Er mache Europa demokratischer. Im weiteren Verlauf der Diskussion beantworteten die Politiker auch Fragen aus dem Publikum. Zum Abschluss betonte Alberts noch mal seinen Wunsch, nicht länger Menschen an den Außengrenzen Europas sterben zu lassen.

Liese forderte ein starkes Europa, Sippel hob den Verbraucherschutz hervor.

Aus: Westfalenpost (14.05.09), Text: Anna Hoberg


Europa-Wahlprogramme im Vergleich

21. April 2009

Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung hat einen umfassenden Vergleich der Europawahlprogramme der verschiedenen deutschen Parteien erstellt. Ich habe das Dokument hier zum Download bereit gestellt. Über das Dokument findest Du auch Links zu den ausführlichen Wahlprogrammen der verschiedenen Parteien.

Aufruf zur Wahl:


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